Einmal pinkle ich beim Sex fast ins Bett. Squirten oder Urinieren – diese Frage stelle ich mir damals gar nicht. Ich weiß nur, dass ich es um jeden Preis unterdrücken will. Danach ist der Flow durch die Anspannung dahin. Zum Orgasmus komme ich auch nicht mehr. Und weil ich keine Ahnung habe, was mit meinem Körper gerade passiert ist, dauert es Jahre, bis ich mich beim Sex wieder so weit fallenlassen kann.

Als ich irgendwann das erste Mal von „Squirting” lese, ist das ein Aha-Moment. Hab ich damals etwas verpasst?

Beim nächsten Mal lasse ich trotz dem irritierenden Harndrang-Gefühl einfach los. Was dann passiert, ist neu, unerhört – und unendlich befriedigend.

In diesem Artikel geht es um harte Fakten über ein weiches Gewebe. Du erfährst unter anderem was beim Squirten im Körper passiert, wie der Unterschied zu Urinieren aussieht, wie man die G-Fläche stimuliert – und ob jede Frau squirten lernen kann. Wetten, dass du danach anders auf das Thema schaust?


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Ja, Squirting existiert.

Die Antwort auf die meistgestellte Frage zum Thema Squirten zuerst: Ja, es existiert. Manche Frauen wollen beim Sex Squirten unterdrücken. Andere geben so viel Flüssigkeit ab, dass hinterher das ganze Bett nass ist. Nichts davon ist unnatürlich. Und die meisten Frauen*, die Squirten, beschreiben diese Erfahrung sogar als äußerst lustvoll.

*Ich bin mir bewusst, dass Begriffe wie “weibliche Ejakulation” oder “weibliche Geschlechtsorgane” nicht alle Menschen und ihre Identitäten exakt beschreiben. Der Einfachheit halber und für besseres Verständnis schreibe ich in diesem Artikel von “Mann” und “Frau” sowie “männlich” und “weiblich”, auch wenn das die Realität und die Vielfalt menschlicher Körper und Identitäten nur vereinfacht und ungenügend wiedergibt.

Squirten oder Urinieren?

Was ist der Unterschied zwischen Squirten und Urinieren?

Um zu verstehen, was beim Squirten passiert, hilft ein Blick in den Mutterleib. Denn die Organe, die dabei später eine Rolle spielen, werden schon sehr früh im Fötus angelegt.

1. Welche Körperteile spielen beim Squirten eine Rolle?

Befruchtete Eizellen entwickeln sich bis zur 7. Schwangerschaftswoche geschlechtsneutral. In der Regel entstehen bei allen Föten die gleichen schwellfähige Strukturen.

a. Skene-Drüsen

Aus diesem Gewebe entwickelt sich beim männlichen Fötus später die Prostata, beim weiblichen Fötus die Paraurethal- oder Skene-Drüsen. Man bezeichnet sie oft auch als “weibliche Prostata”. Ziemlich fantasielos, oder? Wahrscheinlich kennst du dieses Gewebe unter einem anderen Begriff:

b. G-Punkt

Der G-Punkt (also das Schwellgewebe um die Skene-Drüsen) liegt im vorderen Bereich der Vagina. Er ist mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Manchmal ist dieses Gewebe auch gar nicht vorhanden. Menschliche Geschlechtsorgane sind unendlich vielfältig!

c. Blase

Außerdem spielt die Blase eine Rolle beim Squirting – wenn auch anders, als die meisten denken:

2. Wo kommt die Flüssigkeit beim Squirten her?

Genaugenommen gibt es zwei mögliche Quellen:

a. Weibliche Ejakulation

Bei manchen Frauen sondern die Skene-Drüsen selbst ein Sekret ab. Seine Zusammensetzung hat mehr mit Ejakulat gemeinsam, als mit Vaginalsekret. Es hat also nichts mit “Feuchtwerden” zu tun, sondern existiert unabhängig davon. Diesen Vorgang bezeichnet man als “weibliche Ejakulation”.

b. Squirten

Bei den meisten Frauen kommt der Großteil der Flüssigkeit beim Squirten aus der Blase. Allerdings verändert sich der Harnanteil je nach Tageszeit und Füllstand der Blase. Außerdem ist die Flüssigkeit in der Regel klarer und geschmacksneutraler als Urin. Wissenschaftler sind sich deshalb bis heute nicht einig, ob es sich dabei um die gleiche Flüssigkeit handelt, oder um eine ganz andere.

c. Warum man trotzdem meistens von Squirten spricht

Squirten ist also nicht das Gleiche wie Urinieren. Aber es ist auch nicht immer dasselbe wie weibliche Ejakulation. Meistens ist es irgendwas dazwischen. Im alltäglichen Sprachgebrauch vermischen sich die Begriffe sowieso. Heutzutage spricht man meistens einfach von “Squirten” – und das ist okay.

3. Warum fühlt sich Squirten wie Urinieren an?

Das Ejakulat, welches beim Squirten entsteht, wird über die Harnröhre abgegeben – genau wie Urin. Deshalb fühlt es sich kurz vorm Squirten so an, als ob man pinkeln muss.

Das Gefühl beim Squirten selbst kommt für mich aber eher einem Orgasmus nahe. Allerdings dauert es länger als meine normalen Orgasmen – und ist fast beliebig oft wiederholbar.

Tipp: Wer beim Morgensex unsicher ist, kann einfach vorher die Blase entleeren. Weniger Harnanteil – mehr Kopffreiheit.

Wie bringt man eine Frau zum Squirten?

Das Schwellgewebe der Skene-Drüsen ist identisch mit dem G-Punkt. Er liegt etwa fingertief auf der Vorderseite der Vagina. Man kann ihn meist als erhabene, leicht geriffelte oder rauhe Fläche ertasten. Es handelt sich also eigentlich um eine G-Fläche.

Diese G-Fläche stimuliert man am leichtesten durch eine Art Lockbewegung mit den Fingern. Auch schnelles Reiben kann helfen. Stell dir vor, die Squirt-Flüssigkeit mit den Spitzen deines Zeige- und Mittelfingers aus dem Gewebe herauszumassieren.

Achte aber darauf, dass der Sex nicht ins Mechanische kippt. Je mehr Druck und Erwartung im Spiel sind, desto weniger klappt es mit dem Squirten. Das Ziel sollte nicht “eine Frau zum Squirten bringen” sein. Es ist völlig okay, wenn eine Frau das Squirten unterdrücken will. Außerdem sollten beide gleich viel Lust auf die Aktion haben.

Kann ich als Frau auch alleine Squirten?

Ohne Hilfsmittel habe ich es selbst noch nicht hinbekommen, zu Squirten. Das liegt daran, dass ich die G-Fläche nicht gut mit meinen eigenen Fingern erreichen kann.

Es gibt aber spezielle Vibratoren und Dildos, mit deren gebogener Spitze sich die G-Fläche besonders gut massieren lässt. In einem anderen Blogartikel schreibe ich über meinen ersten vaginalen Orgasmus und welche Rolle ein Dildo aus Stahl dabei spielte.

Sextoy zum Squirten (mein persönlicher Favorit)

Mit diesem Spielzeug gelingt es mir regelmäßig, alleine zu Squirten. Danke an die vielen Leserinnen, die mir dieses Toy für vaginale Orgasmen empfohlen haben!

Mein Tipp: Wärme den Dildo dafür am besten vorher unter warmem Wasser auf, lege dir ein Kissen unter den Po und verwende viel Gleitgel.

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geschwungener Edelstahl-Dildo zum Squirten

Also ist Squirten und Urinieren doch dasselbe?

Jein. Ob es sich jetzt um Squirten oder Urinieren handelt, liegt vor allem an zwei Faktoren:

  1. die schwankende Zusammensetzung des Sekrets je nach Ursprung (Skene-Drüsen oder Blase)
  2. am Lustfaktor (Squirten ist ein lustvolles Erlebnis – Urinieren nur ein Stoffwechselvorgang)

Mit anderen Worten: Squirting ist kein Fehler deines Körpers, sondern ein Extra-Feature, über das einfach viel zu lange viel zu wenig gesprochen (und geforscht) wurde.

Abspritzen ist nicht männlich, sondern menschlich!

(Manche Leute finden auch Urinieren im Zusammenhang mit Sex lustvoll. Oft geht es dabei aber mehr um dominante und submissive Rollen, die Menschen mit “Anpinkeln” oder “Angepinkelt werden” verbinden, als um das Körpergefühl selbst.)

Was hilft gegen nasse Laken beim Squirten?

Ich genieße es mittlerweile sehr, das Squirten nicht mehr zu unterdrücken. Es ist wie ein nicht enden wollender, immer wieder neu abrufbarer Orgasmus.

Das Ausmaß hängt ab von

  • Tagesform
  • Erregungsgrad
  • Hydrierungsstand

Je nachdem reicht es vom leichten Tröpfeln über einen Springbrunnen bis hin zu sintflutartigen Sturzbächen. Damit ich nicht in nassen Laken schlafen muss, habe ich deshalb beim Squirten immer mindestens ein Handtuch in Reichweite.

Tipp: Bevor du das Squirten unterdrückst, leg beim nächsten Mal einfach eine wasserdichte Decke* unter. Vielleicht hast du als Hundebesitzer*in sogar eine im Haus?

Splish, splash, now i have to take a bath.

Lohnt es sich, Squirting zu üben?

Je öfter ich squirte, desto mehr steigert sich meine Empfindsamkeit in diesem Bereich. Als ob die bessere Durchblutung einen Aufweck-Effekt hat. Seither sind auch meine Orgasmen oft länger und intensiver.

Fällt es dir schwer, das Gefühl beim Squirten mit Lust in Verbindung zu bringen? Das ist am Anfang ganz normal. Dabei passiert nichts Schlimmes, wenn du loslässt, anstatt es zu unterdrücken. Je öfter du diese Erfahrung machst, desto kleiner wird die Scham.

Kann jede Frau Squirten lernen?

Jeder Körper ist unterschiedlich. Und jeder Mensch empfindet anders. Was der einen Person Lust bereitet, kann die andere völlig kaltlassen – oder sich sogar unangenehm anfühlen. Und das ist okay! Bitte stress dich nicht.

In Pornos wird Squirting oft so dargestellt, als wäre es der ultimative Boss-Move. Das ist komplett übertrieben. Squirten ist einfach eine Variante, wie Menschen Spaß mit ihrem Körper haben können.

Nicht jeder Mensch kann mit den Ohren wackeln. Und nicht jede Frau muss squirten können. Trotzdem lohnt es sich, den eigenen Körper zu erforschen und auszuprobieren, wie sich diese Form der Stimulation anfühlt.


FAQ: Squirten oder Urinieren – die wichtigsten Fragen und Antworten

Ist Squirting echt?
Ja. Viele Frauen sondern beim Sex Flüssigkeit ab. Mal mehr, mal weniger. Die Mengen, die man in Pornos sieht, dienen aber eher dem Show-Effekt – sie haben oft wenig mit der Realität zu tun.

Wo kommt die Squirt-Flüssigkeit her?
Aus zwei möglichen Quellen: den Skene-Drüsen (auch „weibliche Prostata” genannt), die ein ejakulatähnliches Sekret absondern können – und bei den meisten Frauen zusätzlich aus der Blase.

Wie stimuliert man die G-Fläche am besten?
Mit einer „Komm-her”-Lockbewegung von Zeige- und Mittelfinger auf der Vorderwand der Vagina, etwa eine Fingerlänge tief. Alternativ funktioniert auch schnelles Reiben oder langsame Massage. Spezielle gebogene Vibratoren oder Dildos können helfen, wenn man es alleine ausprobieren will.

Kann ich alleine squirten?
Ja – mit dem richtigen Hilfsmittel. Ein gebogener Dildo (am besten vorgewärmt, mit viel Gleitgel und einem Kissen unter dem Po) kann dabei sehr hilfreich sein.

Was tun gegen nasse Laken?
Ein Handtuch in Reichweite, oder noch besser: eine wasserdichte Unterlage.

Kann jede Frau squirten?
Nein – und das ist vollkommen okay. Squirten ist eine Variante menschlicher Lust, kein Leistungsziel. Manche Körper sind anatomisch weniger dafür ausgelegt. Kein Partner sollte Druck in diese Richtung ausüben.

Lohnt es sich, Squirten zu üben?
Wenn du neugierig bist: ja. Mit der Zeit steigt oft die Empfindsamkeit in diesem Bereich. Aber bitte ohne Erwartungsdruck – und nur, wenn es dir Spaß macht.

Fazit:

Am Ende ist Squirting kein Leistungssport. Sondern eher eine Einladung, den eigenen Körper ein bisschen neugieriger zu erkunden. Und wer weiß: vielleicht wartet da ja noch eine Überraschung auf dich.

(Dieser Artikel wurde aktualisiert am 6. Mai 2026)

Fotos von Lotta Frei sowie Lance Reis und Matthew Dlr via Unsplash  


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