Zum Welttag des Kusses am 6. Juli gibt es einen frei vögeln Klassiker für Dich. “Küss mich, Fremder!” erzählt von einem meiner allerersten Dates, nachdem mein Freund und ich unsere Beziehung geöffnet haben. Ich war ein Nervenbündel und gleichzeitig voller Vorfreude. Und staune noch heute über meine unbeschwerte Spontanität, mit der ich mich auf folgendes Szenario eingelassen habe…

Wie wäre es, sich mit einem Fremden zu verabreden, das ganze vorgeschriebene Kennenlerngeplänkel auszulassen, sämtliche Worte zu sparen und sich stattdessen direkt mit einem Kuss zu begrüßen? Keinem societyverzuckerten Küsschen auf die Wangen oder gar in den Luftraum daneben angetäuscht, sondern einem richtigen, echten, feuchten Kuss, mit Lippen und Zunge und allem?

Von der Fantasie zur Wirklichkeit 

Diese Fantasie lese ich auf einer Dating-Seite in einem Profil, das auch sonst mein Interesse weckt: Fotos und Text lassen einen ehrlichen, verspielten und anziehenden Mann erkennen, der – zumal mit dieser Fantasie – völlig aus der Reihe der üblichen Waschbrettbauchfotografierer und Textbausteinverwender fällt, die hier die gesichtslose Mehrheit ausmachen. Und das unwillkürlich einsetzende Kribbeln im Bauch sagt mir: das will ich! Das ist neu und aufregend und irgendwie unerhört verboten, obwohl nicht mal nackte Körperteile darin vorkommen. 

Auf das Bauchgefühl hören und einfach machen!

Ein paar Nachrichten später habe ich ein Date am selben Nachmittag, und warte nervös am Treffpunkt auf den spannenden Unbekannten. Kurz darauf Auftritt Matteo*: Schon beim Näherkommen meldet der Bauch grünes Licht ans Hirn – da ist eindeutig gemeinsame Chemie vorhanden.

Und wie es der Plan vorsieht, verschwenden wir keine Zeit mit Floskeln, sondern kommen uns sofort so nahe, dass sich unser Atem vermischt, wir die Wärme des anderen spüren, und unsere Lippen sich finden als wäre es das Normalste der Welt.

Das erste Date – der Zauber des Neuen

Was dann passiert, ist wie Magie: der perfekte Kuss, erst langsam vorantastend, spielerisch, dann immer fordernder, zwischendurch ein ungläubiges Zurückweichen und den Blick des anderen finden, nur um sofort wieder diese weichen Lippen zu suchen. Irgendwann zögernd mit den Fingern den fremden Hals, den Nacken berühren, als wäre das etwas wahnsinnig intimes, und in diesem Moment fühlt es sich genau so an.

Alle übliche Reihenfolge, wie man das so macht mit dem Kennenlernen und den Intimitäten ist außer Kraft gesetzt, wir machen unsere eigenen Regeln und die Zeit steht still dabei.

Eine Ewigkeit später sehen wir uns breit grinsend an, beide glücklich über das gelungene Experiment, und ich sage: Hello, my name is Lotta. Nice to meet you!

(Die Fortsetzung findest Du unter meinen Top 3 Sexperiences des Jahres 2017)

* Namen geändert